Tool Data Management (TDM)

Tool Data Management (TDM)

Digitale Werkzeugverwaltung und Werkzeugdaten

Werkzeuge beeinflussen unmittelbar Bearbeitungsqualität, Prozessstabilität und Fertigungskosten. Für eine effiziente und reproduzierbare Fertigung müssen alle werkzeugbezogenen Informationen – von der Beschaffung über die Vermessung bis zum Maschineneinsatz – strukturiert erfasst und systemübergreifend verfügbar gehalten werden. Ein TDM-System übernimmt diese Aufgabe: Es verwaltet geometrische Werkzeugdaten, Werkzeugaufbauten, Einsatzparameter, Standzeiten und Einsatzhistorien zentral über den gesamten Werkzeuglebenszyklus und stellt diese Daten über die Verknüpfung mit CAM-Systemen und Maschinen direkt im Bearbeitungsprozess bereit. Moderne TDM-Systeme bieten zudem vollständige Traceability – die Rückverfolgbarkeit, welches Werkzeug wann und an welcher Maschine eingesetzt wurde –, was eine wesentliche Grundlage für Qualitätssicherung und Prozessanalyse bildet. Ergänzend ermöglicht ein Werkzeugvoreinstellgerät die maschinenferne Vermessung und direkte Übertragung der Geometriedaten in die Fertigungssysteme.

Tool Data Management (TDM)

Praxisbeispiel Verdichterschaufel

Am Fraunhofer IPT wird strukturiertes Werkzeugdatenmanagement (Vorsteinstellgerät ZOLLER venturion 450 inkl. TMS) als integraler Bestandteil der digitalen Fertigungsplanung komplexer Triebwerkskomponenten eingesetzt. Für die Bearbeitung von Blisks, Impellern oder Turbinenscheiben mit geometrisch anspruchsvollen Freiformflächen ist die präzise Kenntnis aller Werkzeugparameter unverzichtbar. Durch die durchgängige digitale Verfügbarkeit von Werkzeuggeometrien, Standzeitdaten und Einsatzhistorien schafft das Fraunhofer IPT die Voraussetzungen für reproduzierbare, qualitätssichere und wirtschaftliche Fertigungsprozesse.

Tool Data Management (TDM)

Praxisbeispiel Ritzelwelle

Das MTI nutzt ein durchgängiges Tool Data Management zur strukturierten Erfassung und Nutzung werkzeugbezogener Informationen. Im Fokus steht die bedarfsgerechte Werkzeugauswahl auf Basis kontinuierlich erfasster Werkzeugstandwege, Einsatzhistorien und erzielter Bearbeitungsqualitäten. Werkzeuge und zugehörige Aufbauten werden versuchsgebunden hinterlegt und für vergleichbare Anwendungen abrufbar gemacht. Geometrische Werkzeugdaten, Aufbauten und Einsatzparameter werden zentral bereitgestellt und mit den Fertigungssystemen verknüpft. Dadurch werden eine sichere Prozessausführung sowie eine hohe und reproduzierbare Bauteilqualität unterstützt. Zugleich liegen empirisch erhobene, werkzeuggebundene Informationen strukturiert vor und können für wissenschaftliche Analysen, Modellbildungen und die weitere Datenverarbeitung genutzt werden.

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